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Die Karwoche in Nigeria

 

Die Osterglocken blühen und der Ostersonnstag rückt immer näher. Mit Ihrer Kindergruppe können Sie erarbeiten, wie die Karwoche in Nigeria gefeiert wird. Hier finden Sie einen kleinen Auszug aus unserem Arbeitsheft "Feste feiern mit Kindern in aller Welt."
Weitere Informationen, Bastelideen und Lieder aus Nigeria finden Sie im Arbeitsheft, das Sie kostenlos downloaden oder für 5,00 EUR bestellen können.

DIE KARWOCHE IN NIGERIA

Kedu! Ich bin Chidera aus Nigeria.

Das ist ein Land in Afrika. Bei uns ist es sehr warm und im Sommer regnet es richtig viel. Dann müssen meine vier kleinen Brüder und ich oft in unserer großen Hütte spielen. Aber die ist so groß, dass man sich gut verstecken kann. Und wenn die Sonne scheint, dann sind wir gleich wieder draußen bei den anderen Dorfkindern. Ich passe oft auf die Ziegen auf, die wollen immer alles im Dorf abknabbern, immer gerade das, was sie nicht essen sollen. Unsere Nachbarin hat Blumen vor der Hütte, und da pass ich besonders auf. Ich mag meine Nachbarn. Wir sind sehr viel zusammen, reden, lachen und tanzen. Oft essen wir auch gemeinsam. Und wenn Mama und Papa aufs Feld gehen, um zu säen oder zu ernten, dann sind wir sowieso bei der Nachbarin oder bei meiner Tante. Weil ich fünf bin, komme ich erst nächstes Jahr in die
Schule. Ich freue mich nicht so darauf, weil ich dann jeden Tag eine Stunde zur Schule laufen muss, die ist ein paar Dörfer weiter. Einen Bus gibt es bei uns im Dorf nicht. Den gibt es nur in der Stadt.

Vorlesegeschichte

„Wo bin ich denn hier gelandet?”, fragt sich Wichtel, während es in Strömen regnet. „Wird das auch noch mal aufhören?” Nach kurzer Zeit ist es soweit, die Sonne scheint wieder und es ist sehr warm. Da macht sich Wichtel auf den Weg ins Dorf. Und schon kommen viele Menschen aus ihren Hütten und Häusern. Sie haben Palmwedel in den Händen. Schnell ist er umgeben von anderen Kindern, die wissen wollen, woher er kommt und wie er heißt.

Da drängelt sich ein Mädchen an seine Seite: „Ich heiße Chidera, das bedeutet ‘was Gott geschrieben hat’. Heute ist Palmsonntag und es gibt eine große Prozession. Wir gehen alle hin, kommst du mit?“ „Ja, sicher“, sagt Wichtel.

„Aus allen Kirchen kommen heute Leute und wir singen Lieder und erinnern uns an den Einzug von Jesus in Jerusalem. Kennst du die Geschichte?”, fragt Chidera. „Ja“, sagt Wichtel.

Alle Menschen sind fröhlich, tanzen, singen und wedeln mit ihren Palmzweigen. Nach einer Weile kommen sie bei der Kirche an. Dort beginnt ein Gottesdienst. Die Lieder werden von Trommeln begleitet. Wichtel merkt gar nicht, wie die Zeit vergangen ist. Der Gottesdienst muss lange gedauert haben, denn inzwischen knurrt sein Magen ganz schön.

Chidera lädt ihn ein: „Komm doch mit zu meiner Familie. Da kannst du essen und wohnen. Bleibe doch bis Ostern bei uns. Wir feiern die ganze Woche und erinnern uns an Jesus und an das, was er für uns getan hat. Es ist so ein schönes Fest und das Beste kommt am Sonntag. Ich freue mich schon das ganze Jahr auf diesen Tag!” Wichtel sagt schnell zu. Chidera macht ihn mit ihren Freundinnen, Freunden und ihrer großen Familie bekannt. Da sind nicht nur die Eltern, Großeltern und Geschwister, sondern auch Onkel und Tanten, Cousinen und Cousins, die für diese Woche aus der Stadt und anderen Dörfern zu Besuch gekommen sind.

Am Samstag sind alle ziemlich still, tragen dunkle Kleidung und wirken etwas traurig. „Warum seid ihr heute nicht so fröhlich? Keiner lacht und alle sind so still”, fragt Wichtel seine Freundin. „Du weißt doch, wir waren heute in der Kirche auch nicht so fröhlich wie sonst”, entgegnet sie ihm. „Ja, und einmal haben die Trommeln auch ganz dumpf und traurig geklungen”, wirft Wichtel ein. „Genau, da haben wir uns erinnert, dass Jesus gekreuzigt wurde und gestorben ist. Darum sind heute auch alle so ruhig und tragen dunkle Kleider“, sagt Chidera.

Am nächsten Morgen muss Chidera den Wichtel fest am Arm rütteln und ihn mehrmals rufen. Draußen ist es noch ganz dunkel als Chidera, ihre Familie und Wichtel vor die Hütte treten. In der Ferne sehen sie schon einen hellen

Schein – dort brennt etwas! Als sie näher kommen, sehen sie ein riesiges Feuer. Da staunt Wichtel. Um das Feuer stehen die Leute aus dem Dorf und zwei Frauen. Sie tragen weiße Kleider und rufen ganz laut: „Der Herr Jesus

ist auferstanden!“ Und alle antworten und jubeln: „Halleluja, er ist wirklich auferstanden!“ Wichtel bemerkt, dass alle Leute – auch die Männer – weiße, schöne Kleider tragen. Und da beginnen schon die Trommeln, Trompeten

und Posaunen spielen fröhliche Melodien und alle singen ganz laut mit. Sie freuen sich, dass Jesus auferstanden ist. Anschließend spricht jemand ein Gebet. Danach fangen andere Menschen an zu beten. So geht das den

ganzen Morgen. Mittags wird dann zu Hause ein einfaches Essen gegessen.

Der Wichtel verabschiedet sich von der großen Familie und ganz besonders von seiner neuen Freundin Chidera. Und weiter geht die Reise.

Weitere Informationen, Bastelanleitungen oder ein Lied zu Nigeria finden Sie in unserem Arbeitsheft "Feste feiern mit Kindern in aller Welt". Lesen Sie mehr

 




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