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Weihnachten in Europa

 

Auch bei unseren Nachbarn in Europa gibt es unterschiedliche Weihnachtsbräuche und -traditionen.

 


Skandinavien – „Julbock“ bringt auf seinem Rücken Geschenke

 

In Skandinavien wünscht man sich zu Weihnachten „God Jul“. Früher hat man im Dezember das „Julfest“ gefeiert, eine Mischung aus Erntedank- und Sonnenwendbräuchen. Das Wort „Jul“ bedeutet eigentlich Rad. Gemeint ist damit das Sonnenrad. Die Festlichkeiten dauerten zwölf Tage. Die Menschen schmückten ihre Häuser mit Immergrün und feierten mit Familie und Freunden. Einige dieser alten Bräuche kennt man noch heute, wie zum Beispiel den Brauch einen „Julbock“ aufzustellen. Der „Julbock“ ist ein aus Stroh geflochtener Ziegenbock, der auf seinem Rücken die Geschenke bringt. Früher sollte der „Julbock“ das Reittier des Gottes Thor darstellen. Dem Weihnachtsmann helfen in Skandinavien die „Julnisser“, das sind kleine Zwerge in roten Röcken. Die Kinder stellen eine Schüssel mit Reisbrei vor die Tür, damit die Julnisser keinen Unfug machen und den Leuten Streiche spielen. Sehr beliebt ist auch das „Julklapp“, die skandinavische Form des Wichtelns.

 

Dänemark – Eine Mandel bringt Glück

 

In Dänemark wird am 23. Dezember „Lillejulaften“, der „kleine Weihnachtsabend“, mit Tee und Apfelküchlein gefeiert. Am 24. Dezember gibt es abends ein großes Festessen mit „ Ris a´lámande“ als Nachtisch. Das ist ein Reisbrei, in dem eine ganze Mandel versteckt ist. Wer die Mandel findet, soll im folgenden Jahr Glück haben. Am 25. und 26. Dezember trifft sich die Familie und der „Julemand“ bringt den Kindern die Geschenke.

 

Schweden – Sechs Wochen lang wird gefeiert

 

In Schweden ist Weihnachten das längste und größte Fest des Jahres. Es beginnt am ersten Advent und endet am 13. Januar des folgenden Jahres. Ganz besonders gefeiert wird der 13. Dezember. Das ist der Tag der Heiligen Lucia. In allen Städten und Dörfern wird eine Lucia-Braut gewählt. Die Lucia-Braut trägt ein weißes Kleid und einen Kranz aus Kerzen auf dem Kopf. Der Höhepunkt der Festivitäten ist der Heilige Abend. Hier werden die traditionellen Speisen wie Schinken, Schweinefußsülze, Reisbrei und Fisch in Cremesauce aufgetischt. Nach dem Essen versammelt sich die Familie um den Weihnachtsbaum und öffnet die Geschenke, die der „Jultomen“ gebracht hat. Die Mitternachtsmesse bildet den Übergang zum ersten Weihnachtstag. An diesem Tag wird mit der Familie gefeiert. Am zweiten Weihnachtstag werden Freunde besucht und Weihnachtsparties gefeiert.

 

Polen – Heu unter dem Weihnachtsbaum

 

In Polen ist die Adventszeit eine Zeit der Besinnung. Die Kinder verzichten auf Süßigkeiten. Auch die Erwachsenen versuchen weniger zu rauchen oder zu trinken. Am 24. Dezember wird den ganzen Tag gefastet. Das Festmahl beginnt sobald der erste Stern am Himmel zu sehen ist. Zum Feststagsschmaus wird traditionell ein Gedeck mehr aufgelegt, um einen „unerwarteten Gast“ bewirten zu können. Bevor man isst, werden die Weihnachtsoblaten ausgeteilt. Damit will die Familie zeigen, dass sie auch in Zukunft das Leben miteinander teilen wollen. Die Kinder in Polen glauben, dass das Christkind auf einem Esel aus dem Himmel zu den Menschen kommt. Deshalb liegt unter dem Weihnachtsbaum immer ein wenig Heu.

 

Frankreich – Schnecken zum Festmahl

 

Früher hat Sankt Nikolaus die Kinder in Frankreich am 6. Dezember beschenkt. Heute ist die Bescherung am 25. Dezember, wenn „Pére Noel“ zu den Kindern kommt. Einen Tag davor findet der große Weihnachtsschmaus statt. Die Speisen sind regional unterschiedlich, vor allem werden aber Austern, Schnecken, Gänsebraten, Truthahn mit Kastanienfüllung, eine Käseplatte und verschiedene Desserts serviert.

 

England – Aufgehängte Weihnachtsstrümpfe

 

In England verteilt „Father Christmas“ in der Nacht zum 25. Dezember die Geschenke in die aufgehängten Weihnachtsstrümpfe. Die Bescherung ist also nicht am Heiligabend sondern am ersten Weihnachtstag. Das traditionelle Weihnachtsessen besteht aus gefüllten Truthahn und Plumpudding. Bis heute ist es Tradition, dass eine Münze darin versteckt ist. Wer diese findet, bekommt einen Wunsch erfüllt. Ein weiterer Weihnachtsbrauch ist eine durch das Zimmer gespannte Leine, an der die Weihnachtskarten aufgehängt werden. Die Türrahmen sind mit Mistelzweigen geschmückt. Früher sollte der Mistelzweig das Böse vertreiben. Feinde haben sich mit einer Umarmung unter dem Mistelzweig wieder versöhnt. Heute darf derjenige, der unter einem Mistelzweig steht, geküsst werden.

 

Österreich – „Krampus“ begleitet den Nikolaus

 

An jedem Adventssonntag wird in Österreich am Adventskranz eine Kerze angezündet. Am 6. Dezember bringt der Nikolaus, begleitet von „Krampus“, einem gutmütigem Teufel, den Kindern kleine Geschenke. Am 24. Dezember leitet traditionell das österreichische Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“ die Bescherung ein. Die Geschenke bringt nicht der Weihnachtsmann, sondern das Christkind. Der 6. Januar beendet die Weihnachtszeit mit den Sternsingern, die von Haus zu Haus ziehen um Segen für das neue Jahr zu bringen. Die besuchten Häuser kennzeichnen sie mit C+M+B. Das sind die Anfangsbuchstaben der Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar.

 

Italien – Krippe ist wichtiger als Tannenbaum

 

Die Weihnachtszeit beginnt in Italien am 6. Dezember und endet am 6.Januar. Weit wichtiger als der Tannenbaum ist für die Italiener die Krippe, eine Erinnerung an den Heiligen Franz von Assisi, der die erste Krippenszene nachstellen ließ. Am Heiligen Abend wird gefastet. Erst nach der Mitternachtsmesse gibt es ein Festessen, bei dem als Abschluss Pannetone, das ist ein Hefekuchen mit Rosinen, nicht fehlen darf. Am 25. Dezember wird die Ankunft des „Bambinello Gesu“ gefeiert. Das traditionelle Gericht ist „pollo al riso“, Huhn mit Reis. Kinder in Italien werden am 6. Januar von „La Befana“ beschenkt. Der Legende nach ist La Befana eine alte Frau, die sich zu spät auf den Weg zur Krippe gemacht hat. Seitdem irrt sie umher und hinterlässt in jedem Haus Geschenke, in der Hoffnung, dort das Christkind zu finden.

 


Griechenland – Trommel- und Glockenklang in den Straßen

 

In Griechenland ziehen die Kinder am 24. Dezember mit Trommeln und Glocken durch die Straßen und singen die „Kalanda“. Das sind Lobgesänge, die Glück bringen sollen. Die Kinder werden dafür mit kleinen Geschenken belohnt. Am Heiligen Abend sind die Tische mit Nüssen, Mandeln, Rosinen und getrockneten Feigen gedeckt, denn am 24. Dezember wird noch gefastet. Am 1. Januar legt der heilige Vassilios, der Heilige des Lernens, den Kindern Geschenke vor ihr Bett.

 

Russland – Vegetarische Weihnachten

 

In Russland bringt Väterchen Frost den Kindern die Geschenke. Er kommt am 31. Dezember und wird von seiner Helferin „Schneeflöckchen“ begleitet. Das Weihnachtsessen ist zwar fleischlos, aber sehr festlich. Traditioneller Mittelpunkt ist „Kutya“, ein Brei aus Getreide und Honig. Das Getreide ist ein Symbol für Hoffnung und Unsterblichkeit, während der Honig Glück, Erfolg und Zufriedenheit symbolisiert. Kutya wird als Zeichen der Einheit gemeinsam von einer Platte oder aus einer Schüssel gegessen.

 


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