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Weihnachten in Südafrika

 


Das Licht scheint in die Dunkelheit....

Nicht so hier an der südlichen Spitze Afrikas. Die Sonne brennt heiß, die Kinder haben Sommerferien, das Leben spielt sich draußen ab, Strände und Schwimmbäder sind überfüllt. In Deutschland ist es gerade anders herum: in der Weihnachtszeit sind die Tage lang, die Nächte kurz. Seit über zwei Jahrzehnten versuche ich mit allen Mitteln seit dem 1. Advent in Weihnachtsstimmung zu kommen.

Wenn in glühender Hitze schwitzende Afrikaner mit weißem Bart und roter Mütze Weihnachtsmann spielen, wenn in den Kaufhäusern bunt geschmückte Christbäume stehen und Weihnachtslieder vom Rentier, Schnee und Schlitten singen, dann kann ich nur schmunzeln oder mich ärgern, weil dies schon ab Oktober geschieht. Wie feiern Südafrikaner Weihnachten?

Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn Südafrika ist ein Vielvölkerstaat mit 48,5 Millionen Einwohnern und 6000 verschiedenen Konfessionen und Glaubensgemeinschaften. 10% von ihnen stammen von europäischen Einwanderern ab und halten in der Regel an Gebräuchen ihrer Vorfahren fest, die diese aus ihren Hiematländern mitgebracht hatten. Knapp die Hälfte von ihnen ist englischsprachig: aus England, Schottland und Irland. Schon Wochen vor Weihnachten stellen sie den Weihnachtsbaum auf, schmücken ihn und erfreuen sich dann täglich an seinem Glanz. Im Gegensatz zu Deutschland spielt Heilig Abend keine besondere Rolle. Christmas, also Weihnachten, ist am 25. Dezember. Die ganze Familie geht am Morgen zum Weihnachtsgottesdienst in die Kirche. Wenn sie nach Hause kommen, stellen die Kinder erfreut fest, dass der Weihnachtsmann Geschenke unter den Baum gelegt hat. Diese dürfen dann sogleich ausgepackt werden. Es folgt der Weihnachtsschmaus in der gemütlichen Familienrunde.

Die afrikaanssprachigen Nachfahren der Holländer begehen das Weihnachtsfest ähnlich Vom 1. Dezember an steht der geschmückte Christbaum in der guten Stube. Der Name Advent und die Adventssonntage sind nur wenigen bekannt, und dann auch nur durch den Adventskalender, an dem die Kinder sich erfreuen. Allerdings ist ihnen der Heilige Abend im Gegensatz zu den englischsprachigen Südafrikanern sehr wichtig. Er wird, wie in Deutschland, im engsten Familienkreise begangen; einen Heilig-Abend-Gottesdienst gibt es jedoch nicht. In die Kirche geht man dann am 1. Weihnachtstag schon ab 7.00 Uhr. Schließlich ist Hochsommer. Der Rest des Tages wird im größeren Familienkreis begangen, wobei das Grillen neben dem Schwimmbad den wichtigsten Platz einnimmt.

Auch die Schwarzafrikaner feiern das Weihnachtsfest recht unterschiedlich - je nach Herkunft und Tradition der Missionare. Die einen gehen Heilig Abend in die Kirche und erfreuen sich an einem Krippenspiel. Für die meisten aber ist Weihnachten das Fest der Familie. Viele haben nur einmal im Jahr Gelegenheit, in ihre Heimatorte zu fahren und sparen monatelang auf dieses große Ereignis. Das eigentliche Fest tritt besonders in den Regionen in den Hintergrund, in denen die jungen Männer Weihnachten von der Beschneidung "aus dem Busch" zurückkehren. Das wird dann gebührend mit viel Hirsebier und Schnaps gefeiert. Auf dem Land gibt es keine äußeren Zeichen wie Weihnachtsdekoration oder -musik, die auf das Fest hinweisen könnten. Wenn eine Kirche in der Nähe ist, wird sie besucht. Das wichtigste allerdings ist die Wiedersehensfreude, das gemeinsame Kochen, Essen und Fröhlichsesin im Kreise der Familie. Und für die Kinder sind es die neuen Kleidungsstücke, die sie ein Mal im Jahr bekommen und stolz ausführen.

 




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